Presse

 

 

Schneeschuhhasen im Glas (UA)
Das Mädchen aus dem Glas
Inszenierung von „Schneeschuhhasen im Glas“ in Köln – Theater am Rhein 04/12
Ein Mädchen geht seinen Weg. Nach dem Motto: Man will doch wissen, woher man kommt, beginnt sie mit einer handfesten Versuchsanordnung, die eigene Herkunft zu rekonstruieren. Das Mädchen wurde im Reagenzglas gezeugt, also will es dorthin zurück. Dumm nur, dass man in der Schule so wenig darüber lernt, wie es im Leben wirklich zugeht. Mit dieser Klage setzt „Schneeschuhhasen im Glas“ ein, und was dann folgt, ist von einer ebenso hintersinnigen wie sprachlich direkten Komik, die das Publikum in der Orangerie begeisterte.
Andrea Bleikamp vom Wehrtheater inszenierte die Uraufführung der „Schneeschuhasen im Glas“, einem Theaterstück der in Köln lebenden Charlotte Luise Fechner, die für diesen Text schon den Niederländisch-Deutschen Jugenddramatikerpreis der Stadt Duisburg gewonnen hat. Ein starkes Stück, deshalb auch ein Text, der sich vor einem erwachsenen Publikum durchsetzt, ja, einer der humorvollsten Auftritte der Freien Szene in diesem Jahr überhaupt darstellt.
Scheinbar naiv schwatzt die Stimme des Mädchens daher, wobei sich jugendliche Unbekümmertheit raffiniert mit zentralen philosophischen Fragen von Identität und Herkunft verbinden. Den Monolog, der aus einem einzigen langen Satz besteht, hat Andrea Bleikamp klug auf zwei Schauspieler verteilt, die vor unseren Augen mit dem Chemiebaukasten den Schöpfungsakt bewerkstelligen. Aus einem zündenden Text macht sie mehrstimmiges Theater, so beginnt sich das Spiel um Biologie und Ethik in ein funkelndes Spektakel zu verwandeln.
Abgesehen von einer kurzen Passage gegen Ende, wenn sich das Labor vor unseren Augen in Rauch aufzulösen scheint, hält sie das Tempo konstant hoch. Ihr kleines Ensemble präsentiert sich als Siegerteam. Betty Blaeser mimt die Stumme aber mit vielsagenden Blicken ausgestattete Beobachterin eines sprachlichen Tischfeuerwerks, das Tomasso Tessitori und Celina Rongen mit perfektem Timing versehen. Ihr Rhythmus präsentiert sich aus einem Guss. Alle drei tragen Dirndl und die Maske von Dolly, dem ersten geklonten Schaf. Eine tolle Produktion, die frischen Wind in Kölns Freie Szene bringt.

(choises)2012

 

 

Satisfaktion

Denken an der Stange
Philosophie af der Bühne? Das könnte spröde werden. Doch Hannelore Honnen hat Texte von Walter Benjamin, Oswald Spengler und Robert Walser bei der Uraufführung im Theater am Sachsenring elegant zu einer Collage montiert, die Joe Knipp klug und kurzweilig inszeniert.
(...) Autorin Hannelore Honnen führt die drei Männer, die sich im wahren Leben nie trafen, zu einer fiktiven Begegnung zusammen, in der sie über Kunst, Religion, Technik, den Menschen, die Sprache und vieles mehr philosophieren - alle drei wollten der Welt mit Worten eine Form geben. (...) Texte von Robert Walser und knappe Dialoge ergänzen die klug und elegant montierte Collage.
In Honnens Stück sind der Schriftsteller, der Philosoph und der Kulturhistoriker, die wir heute als würdige Herren im Kopf haben, noch jung, ringen um Anerkennung ihrer Texte - eben um "Satisfaktion", folgerichtig also, dass die Darsteller ebenfalls jung sind. Joe Knipp ist allerdings noch einen Schritt weiter gegangen und hat drei Darstellerinnen ausgewählt, Signe Zurmühlen, Celina Rongen und Mirjam Radovic. (...) als Verneigung des Regisseurs vor drei jungen Talenten (...), die, wie die dargestellten historischen Personen, noch einiges vor sich haben. (...) Jede ist in einer anderen Farbe gekleidet: Radovic alias Benjamin als blauer Marinesoldat, Zurmühlen als grüner, gediegener Jäger, Rongen als roter Student.
Auf der leeren Bühne steht ein Überseekoffer, liegen Bücher. Zwischendurch räkeln sich die Schauspielerinnen an Poledance-Stangen - wohl um zu zeigen, dass die drei Philosophen einen Überblick über die komplexe Welt zu bekommen suchten, oder auch, um ihren größtmöglichen Gegensatz zu erotischen, jungen Frauen anzudeuten. Doch auch die komplexe Philosophensprache wirkt auf der Bühne frisch und anziehend, wenn sie so gewandt gesprochen wird - die drei folgen den alten Herren auf ihren Höhenflügen. "Wir haben nicht das mindeste Talent, Andenken zu hinterlassen", heißt es am Schluss. Stimmt nicht: "Satisfaktion" ist eine kurzweilige, witzige und würdige Einladung, sich mit den Werken dieser etwas in den Hintergrund gerückten Denker zu beschäftigen.
Dina Netz für akT Feb. 2012

Frühes Misstrauen
"Sie haben sich nie kennen gelernt ... Hannelore Honnen führt die drei völlig unterschiedlichen Persönlichkeiten in der Uraufführung ihres Stückes "SATISFAKTION" zusammen und lässt in ihren Szenen ... wichtige Kapitel europäischer Geistesgeschichte wieder aufleben.  Wie Fixsterne kreisen die drei Denker umeinander... Celina Rongen (Spengler), Signe Zurmühlen (Walser) und Mirjam Radovic (Benjamin) geben alles, um die Persönlichkeiten auch sinnlich erfahrbar zu machen. Indem sie immer wieder an zwei Stangen hochklettern, gelingt ihnen der Blick über den eigenen intellektuellen Horizont hinaus (...)
BS Kölnische Rundschau
Drei böse junge Männer
"Satisfaktion" im Theater am Sachsenring
Die Satisfaktion ist eine veraltete Form der Wiedergutmachung einer Ehrverletzung, erzielt zumeist im Duell. In der gleichnamigen Uraufführung im Theater am Sachsenring fechten drei junge Autoren ihren gesellschaftlichen Stand und die Bedeutung ihrer Werke für Philosophie, Kunst und Leben mit Worten aus.
Walter Benjamin, Robert Walser und Oswald Spengler waren Zeitgenossen, im echten Leben trafen sie nicht aufeinander. Die Dramatikerin Hannelore Honnen bringt die wenig massenkompatiblen Geister in ihrem Text zusammen, indem sie deren Schriften zu einer tiefsinnigen Collage montiert und auf fesselnde Weise mit biografischen Skizzen mischt. Regisseur Joe Knipp lässt die drei als "angry young men" auf einer fast leeren Bühne von jungen Frauen in Lederhosen und Hüten darstellen. Was (...) prima funktioniert, da Mirjam Radovic, Signe Zurmühlen und Celina Rongen sprecherisch stark sind und physisch wie emotional Leistungsfähigkeit zeigen.
Dass sich die Schauspielerinnen zwischen ihren aufgeladenen Monologen um Stangen schwingen müssen und gelenkig an ihnen hochturnen, lässt Raum für Interpretationen ... Gemeint sind wohl die intellektuellen Höhen, die sie in ihren Rollen erklimmen. Und das gelingt ihnen gut (...) (jdü) Kölner Stadt-Anzeiger November 2011
Nominiert für den Kölner Theaterpreis

 

 


Traumfrau, verzweifelt gesucht!

Hübsche Celina ist neue Theater-Traumfrau
"Well, Let's Do It"! Celina als aufgedrehtes Ami-Girl
von MICHAEL BISCHOFF
Köln - Sie erscheint als durchgeknalltes American Girl, als coole Rockerbraut oder als verführerische Traumlady. Die hübsche Celina ist die neue Theater-Traumfrau.
Großer Premierenjubel im Theater am Sachsenring für eine wunderbar leichte Sommerkomödie: "Traumfrau, verzweifelt gesucht" - der Klassiker des britischen Autors Tony Dunham, der seit 22 Jahren in Köln lebt.
Mit leichter Hand inszeniert von Theaterchef Joe Knipp. (...) Fazit: Celina überrascht in sieben sehr sexy Frauenrollen (...) Großartig an ihrer Seite Harald Hauber voll tiefgründigem Witz.

Mit Zeitung läuft's
"Traumfrau, verzweifelt gesucht": Glänzende Komödie im Theater am Sachsenring
von BARBRO SCHUCHARDT
Joe Knipp kann wieder strahlen - nach heftigen finanziellen Turbulenzen feiert sein Theater am Sachsenring Wiederauferstehung. Zum Auftakt inszenierte der Hausherr Tony Dunhams Erfolgsstück "Traumfrau, verzweifelt gesucht", das im TaS schon vor 20 Jahren gefeiert wurde. Nicht das einzige Jubiläum. Im nächsten Jahr wird das Theater 25 - ein ewig junger Twen.
Nach neuen Talenten braucht Joe Knipp nicht lange zu suchen: Die nahe gelegene Theaterakademie (an der er ab dem nächsten Jahr auch unterrichten wird) bietet einen Pool von bemerkenswerten Begabungen. Eine davon ist David N. Koch, der in Knipps Inszenierung von "Kafkas Welten" brilliert (wieder ab dem 22. September).
Nun liefern wieder zwei junge Schauspieler mit erstaunlicher Professionalität und Sprechkultur ihre Visitenkarte ab. Celina Rongen und Harald Hauber rücken dem unerschöpflichen Thema "Partnersuche" unter Knipps pointierter, temporeicher Regie so frisch zu Leibe, dass die bewährte Form der Zeitungs-Kontaktanzeigen mit ihrer kruden Poesie auch im Zeitalter des Internets noch Biss und Witz hat.
(...) Celina Rongen stürmt die Bühne nicht nur als Henriette, sondern verkörpert mit viel Temperament und Spielfreude gleich vier Bewerberinnen aus den Kontaktanzeigen. Erst ist sie Trish, die überdrehte Amerikanerin, die den verschreckten Harald in atemberaubendem Tempo zuquatscht. Danach erscheint sie als esotherische französische Kräuterhexe Camilla, dann als Motorbiene Gabi, die sexuelle Verheißung mit dem kleinen Sprachfehler und schließlich als schwärmerische Hesse-Verehrerin Anja mit dem heißen Wunsch nach 'Vereinigung von Körper und Geist' (...)
Das TaS war tot, es lebe das TaS!

August 2011 Kölnische Rundschau
 
  

 

Spiegelungen


"Andrea Bleikamp hat mit "Spiegelungen" ein ganz eigenwilliges Mehrgenerationenprojekt ins Leben gerufen"..."Dabei stehen sich Blaeser und Rongen - die ein großartiges Duo abgeben - gegenüber und bewegen sich aufeinander zu, lachen sich an. Das Ganze ist authentisch, persönlich und humorvoll."..."Eine wundervolle und berührende Arbeit, die unendlich viele Denkansätze gibt über das Vergehen der Zeit, die Veränderung des Körpers und das eigene Selbstbild - und trotzdem vermittelt: Alter ist unglaublich nebensächlich."
(AKT 12/2010)


Zwei Frauen: 50 Jahre liegen zwischen ihnen. Hier das gelebte Leben, dem Körper eingeschrieben, dort die glatte Haut der Jugend. Betty Blaeser und Celina Rongen begegnen sich neugierig, fragend....intelligent und unterhaltsam zugleich collagiert das Stück literarische, wissenschaftliche und jounalistische Texte, angereichert mit Alltagswissen....Andrea Bleikamp ist hier etwas sehr seltenes gelungen: Eine theatrale Soziologie der Lebensalter, die zum Nachdenken anregt.
( Sandrea Nuy, Choices 03/11)


Sie möchten mich auf der Bühne sehen? Unter "Kalender/Spielplan" finden Sie alle Aufführungen in denen ich mitwirke.